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Nationalpark Kornaten

Der Nationalpark Kornaten setzt sich aus 89 Riffen und Inseln zusammen. Er wird auch als Kornati-Nationalpark bezeichnet und ist das größte Archipel der kroatischen Adria, denn er erstreckt sich über eine Fläche von rund 220 Quadratkilometern. Bei den Inseln, die zum Nationalpark gehören, handelt es sich um Berge, die im Meer versunken sind. Die aus dem Meer ragenden Felsen haben eine reliefartige Struktur, was ihnen ein ganz besonderes Aussehen verleiht. Zum Schutz der Flora und Fauna wurde das Archipel im Jahr 1980 zum Nationalpark erklärt.

Wissenswertes zum Nationalpark

Die größte der Inseln trägt den Namen Kornat. Auch Kurba, Levrnaka, Lavsa und Piskera zählen zu den großen Inseln des Archipels. Wasserläufe und Quellen sind auf der Inselgruppe nicht vorhanden, denn die Kornaten bestehen aus porösem Kalkstein. Es gibt hier nur wenig Vegetation, was der Landschaft ein ganz besonderes Aussehen verleiht. Wanderer können auf den größeren Inseln interessante Touren unternehmen und dabei die geologischen Besonderheiten des Archipels kennenlernen.

Auch die Unterwasserwelt, die die Inseln umgibt, gehört zum Nationalpark. Tauchern bieten sich hier viele Gelegenheiten für faszinierende Entdeckungen unter Wasser. Innerhalb von neun Tauchzonen ist es möglich, die Unterwasserwelt dieser Region zu erkunden. Dies ist jedoch nur in Kooperation mit Tauchzentren machbar. Das individuelle Tauchen hingegen ist nicht gestattet.

Nationalpark Kornaten

Nationalpark Kornaten ©iStockphoto/xeipe

Bei Nautikern und Naturfreunden ist dieser Nationalpark ebenfalls beliebt. Als Freizeitmöglichkeiten bieten sich auch die Beobachtung von Wildtieren und das Schwimmen an. Das Schnorcheln ist ebenfalls möglich.

Auf der Insel Murter befindet sich die Verwaltung des Nationalparks. Hier gibt es mehrere Anbieter, die es Urlaubern ermöglichen, Bootsausflüge innerhalb des Archipels zu buchen.

Schutzzonen im Nationalpark

Auf den Kornati-Inseln gibt es vier Schutzzonen. Diese Gebiete dürfen nicht betreten werden. Bei den Schutzzonen handelt es sich um die Inseln Kolobucar, die Insel Purara, die Insel Mrtenjak sowie die beiden Inseln Obrucan Veli und Obrucan Mali.

Übernachtungsmöglichkeiten im Kornati-Nationalpark
Auf mehreren Inseln ist es möglich, zu campen. Außerdem gibt es innerhalb der Kornaten verschiedene Buchten, in denen das Übernachten erlaubt ist.

Die geschichtliche Entwicklung der Inseln

Funde steinerner Äxte weisen darauf hin, dass die Kornaten schon in der Jungsteinzeit besiedelt waren. Zur Zeit der Illyrer und der Goten gab es die ersten bestätigten Kolonisationen. Eine Erinnerung an die Einflüsse des Römischen Reiches sind die Reste der Villa Rustica, die in Proversi besichtigt werden können. Auch der Hafen in Vela Proversa und die Salzanlage von Sipnatam zeugen von der früheren Anwesenheit der Römer auf den Inseln. Beide Anlagen befinden sich jedoch unter Wasser. Die Byzantiner hinterließen ebenfalls zahlreiche Spuren auf den Inseln. Hierzu zählen eine Basilika und die Festung Tureta. Auch ein weiteres Gebäude, bei dem es sich vermutlich um das Kloster von Benediktinern oder Templern handelt, wird der Herrschaft der Römer zugeschrieben.

Sehenswürdigkeiten

Die Natur selbst liefert auf den Kornati-Inseln zahlreiche Sehenswürdigkeiten. Es gibt jedoch auch viele Zeugnisse aus der Geschichte des Archipels zu sehen.

Die Kronen

Bei den Kronen handelt es sich um Felswände, die ihre Entstehung geologischen Aktivitäten verdanken. Sie fallen zum Meer hin steil ab. Besonders interessant ist die Form dieser Kliffs, wenn man sich diese von der Seite her anschaut, denn dann ähneln sie am ehesten Kronen. Die längste der Kronen, die sich über dem Meeresspiegel befinden, kann auf der Insel Mana besichtigt werden. Sie hat eine Länge von 1350 Metern. Die höchste dieser sehenswerten Felswände ist 82 Meter hoch. Sie ist auf der Insel Klobucar zu sehen. Die Kornati-Inseln sind die einzigen Inseln in der Adria, die solche beeindruckenden Felswände vorzuweisen haben. Auf den Kronen sind auch verschiedene seltene Tierarten heimisch. Dazu zählen beispielsweise Schwalben und Wanderfalken. Hier wächst außerdem die Ragusa Flockenblume.

Magazinova Skrila

Die Felsplatte Magazinova Skrila hat eine beeindruckende Größe, denn sie erstreckt sich über 9100 Quadratmeter. Es wird vermutet, dass ihre Entstehung mit einem Erdbeben zusammenhängt, das zur Folge hatte, dass die obere Kalksteinschicht ins Rutschen kam oder wegbrach. Der Neigungswinkel dieser Felsplatte beträgt zwischen 30 und 40 Grad. Urlauber haben hier die Möglichkeit, von mehreren Aussichtspunkten aus über das Meer zu schauen. Dazu zählen Opat, Ravni und Metlina. Metlina ist der höchste Aussichtspunkt. Er ist auch besonders schwer zu erreichen. Vom Gipfel des Berges Opat aus lässt sich ebenfalls ein beeindruckender Ausblick genießen. Dieser Berg befindet sich im südöstlichen Teil der Insel Kornat. Ein weiterer empfehlenswerter Aussichtspunkt trägt den Namen Litnji Vrh und kann auf der Insel Vela Smokvica erstiegen werden. Vom Levrnaka aus bietet sich den Wanderern ebenfalls ein faszinierender Ausblick. Der Gipfel des Levrnaka ist verhältnismäßig gut zu erreichen.

Die Illyrischen Ruinen

Zur Zeit der Illyrer und der Goten wurden die Inseln bereits besiedelt. Quadratische Wohnhäuser zeugen von Menschen, die das Archipel damals bewohnten. Sie stehen entweder in Einzellage oder sind in Gruppen angeordnet. Diese alten Häuser befinden sich beispielsweise unterhalb des Berges Pedinka. Auch kleine Siedlungen können besichtigt werden. Sie sind unter anderem in den Orten Grba und Tureta anzutreffen.

Die dreischiffige Basilika

Diese Kirche stammt aus der Zeit der Byzantiner. Der Zeitpunkt, zu dem sie erbaut wurde, lässt sich nicht genau bestimmen, es wird jedoch vermutet, dass er zwischen dem zwölften und dem sechzehnten Jahrhundert liegt. Mauerreste, die zur Grundmauer gehörten sowie ein Teil der Apsis sind erhalten geblieben und können von Urlaubern besichtigt werden. Die beachtliche Größe der ursprünglichen Kirche lässt vermuten, dass sie einst das Gotteshaus einer größeren Gemeinde war. Ganz in der Nähe der Basilika wurden Teile eines Fundaments entdeckt, die zu einem Benediktiner- oder Templerkloster gehörten.

Die Festung Turet

Ein beeindruckendes Bauwerk, dessen Geschichte ebenfalls bis in die byzantinische Zeit zurückreicht, gibt es auf der Insel Kornat zu sehen. Vermutlich wurde die Festung Turet ursprünglich aus militärischen Gründen errichtet. Der byzantinische Kaiser Justinian wollte mit diesem Bau seine einflussreiche Position im Adria-Raum absichern. Die Architektur des Bauwerks kann der späten Antike und dem frühen Mittelalter zugeordnet werden. Vermutlich wurde die Festung Turet im sechzehnten Jahrhundert gebaut. Entlang der Küste entstanden ebenfalls 40 Festungen, die der Überwachung fremder Schiffe dienen sollten. Sie sind alle ungefähr gleich weit voneinander entfernt, wodurch es möglich wurde, dass die Beobachter sich untereinander verständigen konnten.

Die Salzwanne in Lavsa

Eine weitere Sehenswürdigkeit sind die Reste eines Salzlagers, das sich in der Lavsa-Bucht befindet. Hier gibt es noch die Überreste einer Salzwanne sowie eines Salzmagazins, die jedoch vom Wasser überflutet sind. Vermutlich entstanden sie im vierzehnten Jahrhundert.

Die Kapelle Maria von Tarac

Dieses Gotteshaus befindet sich innerhalb der Bucht von Tarac. Es wird vermutet, dass die Kirche im siebzehnten Jahrhundert auf den Resten einer Basilika errichtet wurde.

Das venezianische Schloss

Am Anfang des sechzehnten Jahrhunderts entstand auf der Insel namens Vela Panitula ein Schloss. Dieses Bauwerk machte es möglich, dass hier die Steuern eingezogen werden konnten, die von den Fischern verlangt wurden. Im Jahr 1532 erließen die Venezianer nämlich die Anordnung, dass Fischer ihren gesamten Fang auf die Insel Vela Panitula zu bringen hätten, um diesen dort zu versteuern. Gegen Ende des achtzehnten Jahrhunderts endete die Herrschaft der Venezianer auf der Insel. Einige Überreste des einstigen Schlosses können besichtigt werden.

Der Leuchtturm Sestrica Vela

Im Jahr 1876 entstand dieser Leuchtturm auf der Insel Sestrica Vela. Der Leuchtturm ist achteckig und besteht aus Metall. An den Turm angeschlossen ist ein dreigeschossiges Gebäude. Die gesamte Fläche des Bauwerks beträgt rund 520 Quadratmeter. Es handelt sich um einen automatisierten Leuchtturm, auf dem sich eine Besatzung befindet.

Die Trockensteinmauern

Mit Hilfe dieser Mauern konnte eine Strukturierung geschaffen werden, die als Orientierungshilfe dient. Gleichzeitig ist es den Schafen auch nicht möglich, die Mauern zu überwinden, um auf das Gelände des Nachbarn zu gelangen. Die Steine für diese Trockensteinmauern wurden aufgesammelt und aufeinandergeschichtet. Aufgrund ihrer Breite kann der Wind ihnen nichts anhaben.

Der Strand Lojena

Auf der Insel Levrnaka befindet sich der Strand Lojena. Die Besonderheit dieses Strandes besteht darin, dass es auf den Kornaten nur diesen einen Natursandstrand gibt. Der Strand befindet sich in schöner Lage innerhalb einer Bucht. Auf dem Hügel oberhalb von Lojena steht ein Aussichtsturm, dessen Besteigung einen beeindruckenden Blick auf den Strand, das Meer und die benachbarten Inseln ermöglicht.

Sehr sehenswert ist nicht zuletzt die atemberaubend schöne Natur, die überall in diesem Archipel erlebbar wird. Sie macht einen Besuch im Nationalpark Kornaten zu etwas ganz Besonderem.