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Dalmatien

Die Region Dalmatien liegt an der Ostküste der Adria im Süden von Kroatien und Montenegro. Inzwischen ist Dalmatien nur noch die geografische Bezeichnung der Gegend und hat keine Bedeutung mehr für die politische Verwaltung. Seit dem ersten Jahrhundert wird diese Region Dalmatien genannt, weil dort ursprünglich die Delmaten beheimatet waren. Die Delmaten waren ein Stamm der Illyrer, die in der Antike den Balkan und den Südosten Italiens bevölkerten. Zwischenzeitlich umfasste Dalmatien eine wesentlich größere Fläche, dazu gehörten Teile Bosniens und Herzegowinas, Albaniens und Serbiens.

Zu der Region gehören über 940 Inseln, vier Fünftel sind kroatisch. Das Klima entlang der 1200 km langen Küste ist mild und feuchter als im Landesinneren. Der heiße Wind aus Süden bzw. Süd-Osten, genannt Scirocco, ist typisch für die Gegend. Ebenso der kalte Bora. Er tritt nur gelegentlich auf, gehört aber mit Geschwindigkeiten von bis zu 250 km/h zu den schnellsten Winden der Welt. Mit mehr als 200.000 Einwohnern ist das kroatische Split die mit Abstand größte und bedeutendste Stadt Dalmatiens. Weitere wichtige Städte der Region sind Zadar (über 70.000 Einwohner), Šibenik (über 50.000 Einwohner) und Dubrovnik (über 40.000 Einwohner).

Diokletianspalast in Split

Die historische Altstadt von Split zählt zum UNESCO-Weltkulturerbe. Der Diokletianspalast liegt im Osten der Altstadt, die das Zentrum der Stadt bildet. Nahezu die Hälfte der Altstadt wird vom Palast eingenommen.

Von hier aus begann die Bevölkerung der Gegend. Der Kaiserpalast wurde zwischen 295 und 305 erbaut und gehört zu den am besten erhaltenen römischen Bauwerken der Welt. Er beherbergte ein sogenanntes castrum, also ein Militärlager, sowie einige luxuriöse Villen. Gebaut wurde er aus hochwertigsten Materialien – so wurden zum Beispiel Steine aus Brač verwendet. Aus demselben Material wurden die dekorativen Elemente der Sphinx gefertigt. Auch im Weißen Haus wurde Kalkstein aus Brač verbaut.

Unter dem Diokletianspalast befindet sich ein umfangreiches Tunnelnetzwerk, Podrumi („Keller“) genannt.

Kathedrale Sveti Duje

Die Kathedrale Sveti Duje in Split war bis ins sechste Jahrhundert hinein das Mausoleum des Kaisers Diokletian und seiner Ehefrau Prisca. Sie befindet sich ebenfalls auf dem Gelände des Palastes und ist die wahrscheinlich älteste Kathedrale der Welt. Sie wurde mehrmals erweitert, unter anderem um ihren berühmten Glockenturm. Er wurde im 14. Jahrhundert fertiggestellt. Obgleich er gotische Elemente enthält, legten die mittelalterlichen Baumeister Wert darauf, ihn seiner antiken Umgebung anzupassen. Zwischen 1890 und 1908 wurde der Turm aufwendig restauriert. Einige Steine aus dem Turm sind heute im Stadtmuseum zu sehen.

Dalmatien

Dalmatien ©iStockphoto/kviktor01

Kathedrale des Heiligen Jakob

Auch die Kathedrale des Heiligen Jakob in Šibenik zählt zum Weltkulturerbe der UNESCO. Sie ist das bedeutendste Renaissance-Bauwerk der Region und wurde im 15. und 16. Jahrhundert erbaut. Der Bau ist schlicht, schrieb aber durch seine ungewöhnliche Bauweise Architekturgeschichte. Die Wände, Dachgewölbe und Kuppeln sind nämlich aus vorgefertigten, miteinander verzahnten Steinblöcken errichtet worden.

Dubrovnik – Athen Kroatiens

Über Jahrhunderte hinweg war Dubrovnik eine unabhängige Stadtrepublik, ähnlich der Polis im antiken Griechenland. So gelangte die Stadt zur Bezeichnung „kroatisches Athen“. Ein Ausspruch des dubrovniker Dichters Ivan Gundulić (1589-1638) aus der Zeit der osmanischen Eroberung ist noch heute überliefert: „Für alles Gold in dieser Welt werden wir unsere Freiheit nicht verkaufen.“ Seit dem Jahr 1979 gilt die gesamte Altstadt Dubrovniks als UNESCO-Weltkulturerbe.

Die Stadtmauern erstrecken sich über fast zwei Kilometer und sind zwischen drei und sechs Meter breit. Sie sind das besterhaltene Befestigungssystem ganz Europas und können vollständig begangen werden.

Im Franziskanerkloster befindet sich die älteste Apotheke des Kontinents, eröffnet im Jahr 1317. Die ältesten Quarantänestationen Europas wurden ebenfalls im 14. Jahrhundert eröffnet – außerhalb Dubrovniks auf der Insel Lopud und in der Vorstadt Ploče. Diese Maßnahme diente damals zum Schutz vor der Pest. Dubrovnik hat noch zahlreiche weitere Sehenswürdigkeiten zu bieten. Dazu gehören Kathedralen und Klöster, Rat- und Zollhaus, Rektoren- und Sponzapalast sowie der Stradun, die Hauptstraße der Altstadt. Hier finden alle wichtigen Festlichkeiten statt, außerdem ist die Straße ein wichtiger Geschäftsstandort.

Arboretum Trsteno

Der weltweit älteste botanische Garten, Arboretum Trsteno, liegt nahe Dubrovnik. Er stammt aus dem 15. Jahrhundert und ist 28 Hektar groß. Hier können insgesamt etwa 400 Pflanzenarten besichtigt werden. Als Highlight gelten zwei Morgenländische Platanen, die mehr als 500 Jahre alt sind und als einzigartig in ganz Europa gelten.

Insel Lokrum

700 m südlich von Dubrovnik gelegen wird die Insel Lokrum täglich von Ausflugsschiffen angefahren. Ihre immergrüne, subtropische Vegetation führte dazu, dass die Insel inzwischen ein geschützter Naturpark ist. Von der alten Festung aus hat man einen großartigen Blick über die Umgebung. Außerdem hat Lokrum schöne Strände und beschauliche Buchten zu bieten.

Kirche St. Donatus

Die Kirche St. Donatus in Zadar wurde im neunten Jahrhundert erbaut und hieß ursprünglich Kirche der Heiligen Dreieinigkeit. Erst im 15. Jahrhundert wurde sie nach ihrem Bauherrn, Bischof Donatus, umbenannt. Aufgrund ihrer runden, vorromanischen Bauweise bietet sie eine besondere Akustik und wird heute gern für Konzerte genutzt.

Kirche des Heiligen Franziskus

Die älteste gotische Kirche Dalmatiens ist die des Heiligen Franziskus, fertiggestellt im Jahre 1283. In den folgenden Jahrhunderten wurde sie immer wieder umgebaut und erweitert. Die Schatzkammer neben der Sakristei beherbergt den Kunstschatz der Kirche. 1358 wurde in der Sakristei der Frieden von Zadar zwischen den Venezianern und dem kroatisch-ungarischen König Ludwig I. geschlossen.

Johannes-Paul-II.-Platz

Und noch eine dalmatische Altstadt zählt zum Weltkulturerbe der UNESCO. Die Altstadt von Trogir erhielt diesen Titel 1997 aufgrund ihrer zahlreichen prachtvollen, historisch bedeutsamen Bauwerke. Der Platz Johannes-Paul-II. ist der ideale Ausgangspunkt für einen Stadtrundgang. Im Osten des Platzes steht das Rathaus aus dem 15. Jahrhundert. Gleich daneben befindet sich mit der Stadtloggia, in etwa zur selben Zeit erbaut, das ehemalige Gericht. An der Außenfassade prangt ein Relief mit dem Schriftzug „Gerechtigkeit“. Darunter sind Ketten angebracht, an denen die Verurteilten gefesselt wurden. Der Cipiko-Palast, ein Bauwerk mit gotischen und Renaissance-Elementen, sowie die Kathedrale des Heiligen Laurentius liegen ebenfalls am Johannes-Paul-II.-Platz.

Das Goldene Horn

Der Kiesstrand der Insel Brač verändert nahezu täglich seine Gestalt. Die hornähnliche Form bleibt zwar bestehen. Da der Strand jedoch kein festes Fundament hat, sind die Kiesel den Einflüssen von Wind und Wetter sowie den Gezeiten stärker ausgesetzt als an anderen Stränden. So kommt es, dass den Besucher jeden Tag ein etwas anderer Strand erwartet.

Dominikanerkloster auf Brač

Das Dominikanerkloster auf der Insel wurde im Jahr 1575 erbaut. In dieser Zeit machte der Fürst einigen Klöstern großzügige Geschenke, um deren Forschungsarbeiten zu fördern. Einige Messbücher und Kunstwerke aus dem Barock sind noch heute erhalten. Im Museum des Klosters können unter anderem auch antike Amphoren sowie moderne Kirchenkunst besichtigt werden.

Nationalpark Krka

Der Fluss Krka entspringt in der Nähe von Knin, fließt durch das Karstgebirge und mündet schließlich bei Šibenik in der Adria. Auf seinem Weg bildet der Fluss sieben große und viele kleine Wasserfälle, Trassen, Bassins und Seen. Seit 1985 ist der untere Bereich des Flusslaufs bereits ein Naturschutzgebiet, das insgesamt 111 Quadratkilometer umfasst. Bei einer Tour durch den Nationalpark im Bus oder in einem Ausflugsort kann man nicht nur die beeindruckende und für die Gegend untypisch üppige Landschaft bewundern, sondern auch die Ruinen zahlreicher Schlösser und Burgen sowie das alte Franziskanerkloster, mitten im Visovac-See auf einer Insel gelegen.

Nationalpark Kornati

Über 140 Inseln umfasst der Nationalpark Kornati, die von der gesamten Region Dalmatien aus gut zu erreichen sind. Von fast allen Küstenstädten legen täglich Boote zu Rundfahrten ab. Da die Winde hier besonders stark sein können, sollte sämtlichen Anweisungen von Touristenführern unbedingt Folge geleistet werden. Die Kornaten, allen voran ihre Hauptinsel Kornat, sind bei Touristen und Einheimischen gleichermaßen beliebt. Bei über 140 Inseln ist jedoch nicht mit Menschenmassen zu rechnen. Früher oder später werden die Inseln alle im Meer versinken. Hotels sucht man hier also vergebens, dafür gibt es sehr schöne Campingplätze.

Korcula-Stadt

Marco Polo ist – vermutlich im Jahr 1254 – im dalmatischen Korcula zur Welt gekommen. Die Markus-Kathedrale und der Zakrjan-Turm gehören definitiv zu den Sehenswürdigkeiten dieser Stadt. Ein besonderes Highlight ist jedoch die alljährlich nachgestellte Seeschlacht von 1298, bei der Marco Polo gefangen genommen wurde.

Cetina Canyon

Die Cetina fließt durch die Dinarischen Alpen und ist mit Wasserfällen und unterirdischen Tunneln ein wahres Naturschauspiel. Beliebt ist der Fluss bei Raftern, die wegen des wilden und unberechenbaren Verlaufs der Cetina gern herkommen. Helm und Schwimmwesten sind bei Rafting-Touren auf der Cetina Pflicht.

Mljet

Die Insel Mljet war in der Antike Heimat berüchtigter Seeräuber und wurde aus diesem Grunde von Augustus erobert. Möglicherweise ist Mljet auch die Insel Melite, an der Paulus im neuen Testament Schiffbruch erleidet. 1958 wurde hier ein Naturpark eingerichtet.

Yachthafen von Supetar

Supetar ist die Inselhauptstadt von Brač. Die verwinkelte Altstadt und der Hafen ziehen jedes Jahr viele Besucher an. Zahlreiche Yachten ankern in den beschaulichen Buchten. Abseits dieser Idylle hat sich Supetar zu einem wahren Touristikzentrum mit Gastronomie und partyfreudigen Besuchern entwickelt, ist daher auch bei Sportmannschaften sehr beliebt. Bemerkenswert sind die Angebote im Bereich Wassersport.