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Sibenik

Die Stadt Sibenik liegt in der südlichen Hälfte Norddalmatiens und gehört zur Gespannschaft Sibenik-Knin. Auf den ersten Blick sticht die große Hafenanlage ins Auge. Im Kontrast dazu bietet die malerische Altstadt eine wahre Flut an herausragenden historischen Bauwerken und kann damit mühelos mit den bekannten kroatischen Städten Dubrovnik und Trogir konkurrieren. Besonders beeindruckende Monumente sind die Kathedrale des heiligen Jakob und die vier Festungen auf den Anhöhen über der Stadt. Außerdem ist die Region Sibenik ein ideales Erholungsgebiet und das Tor zu den vorgelagerten Inseln und dem nahe gelegenen Nationalpark Kornaten.

Die Region Sibenik

Die Inselwelt Norddalmatiens ist unvergleichlich und ein Eldorado für Wassersportler. Nur wenige der Inseln sind in dieser Region besiedelt und diese auch nur spärlich. Sie glänzen mit einer faszinierenden Landschaft und teilweise einzigartigen Naturhäfen, so auch die Hafenstadt Sibenik mit ihrer pittoresken, weit verzweigten Naturbucht. Am nördlichen Ende der Stadt mündet der Fluss Krka in die breite Sibeniker Bucht. Der Zugang zum Mittelmeer ist durch die Meerenge des heiligen Antonius gegeben. Am Kanaleingang wacht zwischen den beiden Landzungen die Festung des heiligen Nikolaus. Diese Landzungen schützen die Hafenstadt vor einem großen Tidenhub, einem starkem Wellengang und den kroatischen Winden Maestral, Bora und Jugo; früher boten sie zusätzlich Schutz vor Angreifern. An der Spitze der nördlichen Landzunge befindet sich die Ortschaft Jadrija und etwas östlich liegt ein großes Landschaftsschutzgebiet mit Wanderwegen. Auf der südlichen Landzunge, auch Solaris-Landzunge genannt, ist der beliebteste Strand der Region zu finden, einige Resorts, eine Marina und ein Campingplatz.

Geschichte von Sibenik

Ursprünglich handelte es sich bei der Stadt lediglich um ein befestigtes Lager am Fuß der Burg des heiligen Michaels. Erstmals erwähnt wurde die Hafenstadt in einer Urkunde aus dem Jahr 1066. Das Stadtrecht erhielt der Ort erst im Jahr 1167. Aufgrund der strategisch günstigen Lage war Sibenik seit seinem Entstehen heiß umkämpft. So wechselten die Machtverhältnisse im Laufe der Geschichte immer wieder. Nicht nur die Handelsmacht Venedig wollte den Kroaten Sibenik streitig machen, zeitweise übernahmen auch die Türken die Herrschaft. Erst ab 1412 beruhigte sich die Lage. Für mehr als drei Jahrhunderte stand die Hafenstadt unter dem Schutz Venedigs. Sie verstärkten die Verteidigungsanlagen, um sie besser vor den Angriffen der Türken schützen zu können.
Im Jahr 1797 fiel Sibenik wie das übrige Dalmatien an das Königreich Österreich-Ungarn. Diese Periode wurde nur durch die Zeit der französischen Besatzung unterbrochen und hielt bis 1918. Nach dem Ersten Weltkrieg versuchten die Italiener erneut in Sibenik Fuß zu fassen, mussten das Gebiet jedoch laut dem Grenzvertrag von Rapallo im Jahr 1920 an das erste Jugoslawien, dem Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen, abtreten. Als das zweite Jugoslawien in den 1990-er Jahren zerbrach und der Bürgerkrieg tobte, wurde Sibenik mehrere Jahre von den Serben unter Beschuss genommen und teilweise zerstört. Am Ende des Krieges feierte Kroatien seine Unabhängigkeit. Die historische Altstadt wurde wieder aufgebaut und im Jahr 2000 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. Heute leben mehr als 50.000 Einwohner in der geschichtsträchtigen Hafenstadt.

Sibenik erkunden

Während im Norden und Südosten von Sibenik neue Stadtviertel entstanden sind, befindet sich der von der UNESCO geschützte historische Stadtkern im westlichen Teil der Stadt. Das Erkunden der Altstadt mit ihren mittelalterlichen Wurzeln gleicht einer Exkursion in längst vergangene Zeiten. Schmale, steile Gassen durchziehen dieses Viertel. Der zentrale Ausgangspunkt der Altstadt ist der Trg Republike Hrvatske mit der Kathedrale. Beliebt ist die Gegend zwischen dem Volkstheater und dem Franziskanerkloster mit der auffallenden Sonnenuhr. Dort macht es Spaß, zu Flanieren und durch die urigen Altstadtgassen mit den kleinen Geschäften und den vielen Cafés zu ziehen. Besonders einladend ist ein Spaziergang durch die Zagrebačka ulica, wo sich die alten Bürgerhäuser mit unzähligen Kirchen abwechseln. Für das leibliche Wohl ist dabei bestens gesorgt. Alleine im Stadtteil Dolac, dem nördlichen Bereich des Viertels, gibt es beinahe einhundert Lokale. Beliebte Gerichte sind Muscheln und Krebse, Gegartes unter der Backhaube, Grillspeisen, Lammfleisch, Putenbraten und der obligatorische Mangold als universelle Beilage zu beinahe allen Speisen.

Sibenik

Sibenik ©iStockphoto/Lubomir Grejtak

Sehenswürdigkeiten in Sibenik

Kathedrale des heiligen Jakob

Die Kathedrale des heiligen Jakob gilt als ein bedeutendes UNESCO-Weltkulturerbe und ist das Wahrzeichen der Stadt. Sie zählt zu den großartigsten Sakralbauten der dalmatinischen Frührenaissance und ist zugleich eines der beeindruckendsten Bauwerke der europäischen Spätrenaissance.
1298 wurde Sibenik zum Bischofssitz ernannt, doch die finanziellen Mittel für den Bau einer angemessenen Kathedrale fehlten lange Zeit. Um mit dem Prachtbau in Trogir mithalten zu können, bedurfte es der Unterstützung durch die Venezianer. Mit dem Bau begannen die Einheimischen im Jahr 1433. Fertig gestellt wurde sie erst im Jahr 1536 – mehr als 100 Jahre später. Die Kathedrale besteht komplett aus Marmor und Kalkstein. Einzigartig ist das Tonnengewölbe, eine Dachkonstruktion, die aus ineinander verzahnten Steinplatten besteht. Darüber hinaus sind der Hauptaltar im Barockstil und die filigranen Schmiedearbeiten einiger lokaler Künstler in der Schatzkammer überaus sehenswert.

Platz der Republik (Trg Republike Hrvatske)

Viele Besucher kennen ihn besser als den „Domplatz“. Es ist der Platz östlich der Kathedrale, vor dem ehemaligen Sitz der Stadtregierung und der Stadtloggia. Die Loggia mit ihren neun Torbögen wurde im Stil der Renaissance errichtet. Hier wurde 1750 das erste Kaffeehaus der Stadt eröffnet. Der mit polierten Steinplatten gepflasterte Platz zählt heute zu den schönsten historischen Stadtplätzen Kroatiens. Eine Statue zeigt den berühmten dalmatinischen Architekten Juraj Dalmatinac, der zusammen mit einigen venezianischen Architekten für den Bau der Kathedrale verantwortlich war.

Fürsten- und Rektorenpalast

Südlich der Kathedrale grenzt der sogenannte Fürstenpalast an. Dabei handelt es sich um den ehemaligen Bischofspalast an der begrünten Uferpromenade Obala Palih Omladinaca. In unmittelbarer Nachbarschaft befindet sich der ehemalige Dienstsitz der venezianischen Kirchendiener. Er wird auch als Rektorenpalast bezeichnet und stammt aus dem 15. Jahrhundert. Heute werden hier wechselnde Ausstellungen über die dalmatinische Geschichte gezeigt.

Franziskanerkloster in Sibenik

Das Kloster des heiligen Franziskus stammt aus dem 14. Jahrhundert und beherbergt viele wertvolle Inkunabeln und 150 handschriftliche Kodexe. Darunter der erste poetische kroatische Text in Latein, ein in Kroatien bekanntes Gedicht. Zum Kloster gehört die Kirche des heiligen Franziskus. Nebenan befindet sich ein kleiner Park zwischen den Überresten einer doppelten Stadtmauer.

Die vier Festungen in Sibenik

Das Stadtbild Sibeniks prägen drei Festungsanlagen. Die Festung Sveti Mihovil liegt auf einer Anhöhe und bietet eine herrliche Aussicht über die Altstadt, die sich über den Hang ausbreitet. Nach der Renovierung der Festung entstand eine einzigartige Open-Air-Bühne an der kroatischen Adria.
Im Norden der Stadt befindet sich die Sveti Ivan auf einem 115 Meter hohen Hügel. Die größte Verteidigungsanlage ist im Osten der Stadt zu finden, die sternförmige Burg Šubićevac.
Bei der vierten Festung handelt es sich um die Festung des heiligen Nikolaus. Sie trotzt dem Meer und liegt inmitten des Eingangs zur zweieinhalb Kilometer langen Meerenge des heiligen Antonius und bot früher Schutz von der Seeseite.

In Sibenik gibt es mehr als 20 Kirchen. Einige werden heute für Veranstaltungen genutzt oder beherbergen Museen. Dennoch dienen immer noch viele ihrem ursprünglichen Zweck, wie beispielsweise die Kirche des heiligen Chrysogonus mit der ältesten Glocke Kroatiens aus dem Jahr 1266. Ebenso sehenswert sind der mittelalterliche Klostergarten des heiligen Laurentius oder der Platz mit den vier Brunnen, die unter venezianischer Herrschaft für die Trinkwasserversorgung angelegt wurden.

Freizeitaktivitäten in und um Sibenik

Sibenik bietet beste Voraussetzungen für einen Aktivurlaub. Wie beinahe überall entlang der kroatischen Adria erfreuen sich die Rad- und Wanderwege großer Beliebtheit. Wassersportler, vor allem Ruderer und Segler, werden die sehr guten Bedingungen und die bestens ausgestattete Marina sowie die Docks zu schätzen wissen. Äußerst beliebt sind Tauchsafaris durch das sehenswerte Unterwasserparadies. Wer selbst nicht tauchen kann oder mag, findet im Aquarium inmitten der Altstadt dennoch Einblicke in Kroatiens Unterwasserwelt – und das sogar trockenen Fußes.
Bei Familien mit Kindern steht häufig ein Besuch des Solaris Aquaparks auf dem Programm. Doch auch Abenteuerlustige nutzen die Wasserfälle und -rutschen zur Abkühlung, bevor sie sich von den zahlreichen Massagedüsen verwöhnen lassen. Als Aktivitäten an Land können sich die Urlauber im Strandbad Jadrija sonnen oder auf einem der Beachvolleyballplätze verausgaben. Einen Nervenkitzel anderer Art erleben die Teilnehmer beim Bungee-Jumping von der Sibenik-Brücke. Warum nicht einmal den schönsten Karstfluss Kroatiens kopfüber genießen? 40 Meter geht es in die Tiefe. Und ist man schon mal im Krka-Nationalpark unterwegs, lohnt sich das Erkunden der sieben berühmten Wasserfälle. Regelmäßige Busverbindungen gibt es von und nach Sibenik. Zusätzlich werden Tagestouren angeboten. Wer die Region lieber auf dem Rücken eines Pferdes erleben möchte, findet gleich mehrere Reitställe in der Umgebung, die unterschiedliche Ausritte anbieten. Einblicke in die Kunst der traditionellen Jagdmethoden bekommen Besucher im nahe gelegenen Falknerzentrum Dubrav.

Veranstaltungen in Sibenik

Sibenik feiert einmal im Jahr für zwei Wochen das Internationale Kinderfestival. Dann dreht sich alles nur noch um die Kinder und Junggebliebenen in der Stadt. Außerdem zieht jedes Jahr ein mittelalterliches Ritterturnier zusätzliche Besucher an.

Nachtleben in Sibenik

Während der Saison hört man abends an jeder Ecke der Stadt Musik und Gesang. Selbst in den zahlreichen Bars und Clubs im Stadtteil Dolac spielen jeden Abend andere Künstler.

Klima in Sibenik

Sibenik bietet über 2.700 Sonnenstunden im Jahr und ein mediterranes Klima. Die relativ heißen Sommertemperaturen werden durch den kalten Maestral gemildert, der vom Meer in Richtung Festland weht. So steigt das Thermometer selten über 30 Grad Celsius. Die Wassertemperatur klettert im Sommer auf bis zu angenehme 24 Grad Celsius. Die meisten Niederschläge fallen in den relativ milden, trockenen und gemäßigten Wintern. Das Thermometer bleibt in der Regel im positiven Bereich. Damit ist Sibenik ein perfektes ganzjähriges Reiseziel.

Strände in Sibenik

Die schönsten Strände befinden sich auf der Landzunge Solaris und gehören zum gleichnamigen Beach Resort, welches rund sechs Kilometer vom Ortskern entfernt ist; Busse verkehren regelmäßig vom Busbahnhof in Sibenik. Mehr als vier Kilometer Strände erwarten den Besucher des Resorts, vom Sandstrand bis zum Kiesstrand. Der beliebteste ist der flach abfallende Plaža Bijela-Sandstrand mit fast 700 Metern Länge. Er steht für nachhaltigen Tourismus und wurde mit der Blauen Flagge ausgezeichnet.

Wer die Anfahrt sparen möchte, entscheidet sich besser für den wunderschönen Stadtstrand. Er bietet einen herrlichen Ausblick auf die historische Altstadt. Der Kiesstrand ist ideal für Kinder und Wassersportler. Einheimische bevorzugen dagegen lieber den Stadtstrand auf der vorgelagerten Landzunge Jadrija.
Etwa sechs Kilometer außerhalb von Sibenik gibt es noch den Kiesstrand Rezalište in der Ortschaft Brodarica. Er ist ebenfalls für Wassersportaktivitäten und Familien bestens eignet.

Anreise nach Sibenik

Sibenik ist von Deutschland am schnellsten mit dem Flugzeug zu erreichen. Die Flughäfen Zadar (85 Kilometer) und Split (54 Kilometer) werden von vielen deutschen Flughäfen direkt in weniger als zwei Stunden angeflogen. Von dort werden teilweise stündlich Bus-Shuttles nach Sibenik angeboten. Der Busverkehr in Sibenik bedient darüber hinaus Regional- und Fernstrecken. Bei der Anreise mit dem Pkw aus Richtung Rijeka dauert die Fahrt über die Adria Magistrale rund vier Stunden. Aus Zagreb kommend, sind rund dreieinhalb Stunden einzuplanen. Alternativ besteht auch die Möglichkeit, mit der langsameren Bahn durch den Gebirgszug Trtar anzureisen. Die Passagierschiffe zu den besiedelten Inseln Zlarin, Kaprije, Žirje und Prvić sowie nach Vodice legen in Sibenik ab. Mehrmals in der Woche verkehren Fähren über Zadar nach Ancona in Italien.