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Pula

Die kroatische Hafenstadt Pula liegt umgeben von idyllischer Natur auf der Landzunge von Medulin auf der Halbinsel Istrien. Pula ist die Heimat von knapp 60 000 Menschen und gilt als die älteste und durch ihre Größe und Lage als wirtschaftlich bedeutendste Stadt der ganzen Region. Die einmalige Kombination aus traumhaften Stränden und Küstenlandschaften sowie kulturellen Highlights macht Pula zu einem der beliebtesten Urlaubsziele der kroatischen Adria. Durch den recht intensiven Fremdenverkehr in der Sommersaison hat sich in Pula eine moderne und auf internationalem Standard befindliche Tourismusbranche entwickelt, die ihren Gästen einen Urlaub mit höchstem Komfort in gepflegter Atmosphäre ermöglicht. Verkehrstechnisch ist Pula sowohl mit dem Auto, als auch mit dem Flugzeug oder im Rahmen einer Busreise gut zu erreichen. Bis Ende Oktober bieten viele Fluglinien günstige Direktflüge von großen deutschen Städten aus an, die auf dem kleinen Flughafen von Pula, der nur etwa sechs Kilometer vom Zentrum entfernt liegt, landen.

Die Stadt gilt wegen ihrer exzellenten geographischen Lage als das schönste Badeparadies Kroatiens, ist jedoch durch ihre lange Geschichte als wichtige Siedlung des Römischen Reichs auch eines der bedeutendsten kulturellen Zentren des Landes. Das Stadtgebiet von Pula ist gesäumt von monumentalen Kulturdenkmälern und steht den nahe gelegenen eindrucksvollen Adriastädten Italiens an interessanten Sehenswürdigkeiten um nichts nach. Vor der eindrucksvollen Kulisse der pulsierenden Stadt finden jedes Jahr zahlreiche renommierte Veranstaltungen wie Musikfestivals, Konzerte und Filmfestspiele statt, die Pula trotz der überschaubaren Größe ein internationales Flair verleihen.

Die Strände in Pula – Badeurlaub vom Feinsten

Die hervorragend ausgestatteten Strände und Badebuchten in und um Pula sind für ihre Vielfalt und ihre Idylle bekannt und bieten für alle Ansprüche das richtige Umfeld. Für Urlauber jeder Altersklasse befinden sich in der attraktivsten Gegend Istriens die richtigen Bademöglichkeiten. Familien mit Kindern stehen unzählige, in kleinen Buchten gelegene Feinkieselstrände zur Verfügung. Diese malerischen Plätze eigenen sich wegen des seichten Wassers und der geschützten Lage besonders für kleine Kinder, die erste Erfahrungen mit Strand und Meerwasser machen. Auch die vielen Liegewiesen, die für die Badegäste der Region angelegt wurden, eignen sich für erholsame Tage am Meer. Malerische Felsstrände und Badeplateaus bieten Urlaubern, die etwas abseits der belebten Kieselstrände nach Intimität und Romantik inmitten der unberührten grünen Natur suchen, von Touristen wenig frequentierte Zugänge zum offenen Meer.

An den belebteren Stränden nahe und in der Stadt locken zahlreiche lokale Unternehmen mit vielen Angeboten für Freizeitaktivitäten und Wassersportarten wie Jet-Skiing oder Ausflüge mit dem Tretboot oder Bananenboot. Hier kommen vor allem Familien und junge Urlauber voll auf ihre Kosten. Einige der Strände in der Nähe von Pula sind mit der sogenannten „Blauen Flagge“ ausgezeichnet. Dieses seit dem Jahr 1985 verliehene Gütesiegel der Foundation for Enviromental Education erhalten ausschließlich Strände, die durch exzellente Wasserqualität, Sauberkeit der Liegeflächen sowie ein angemessenes Umweltmanagement bestechen. Regelmäßig durchgeführte Kontrollen garantieren eine gleichbleibende Qualität dieser Strände, die zu den schönsten der ganzen Mittelmeerküste zählen. Zu den mit der Blaue Flagge ausgezeichneten Stränden in der unmittelbaren Umgebung von Pula zählt unter anderem die Bucht von Plaza Brioni, ein fast zweihundert Meter langer Felsstrand mit Steinplateau, der über einen Zugang für Behinderte ebenso verfügt wie über eine ausgezeichnete Betreuung durch Rettungsschwimmer. Der fast ebenso lange Kieselstrand Plaza Ambrela liegt wenige Kilometer von Pula entfernt und verfügt auch über etwas entlegenere Felsenabschnitte für Gäste, die eine intimere Atmosphäre vorziehen. Zahlreiche Angebote für Freizeitaktivitäten und einige Bars und Restaurants sorgen für abwechslungsreiche Tage am Meer. Der Kieselstrand Plaza Valkane bietet neben modernen Sanitäranlagen, Restaurants und einem nahegelegenen Sportzentrum auch eine lange Uferpromenade, die zum Bummeln einlädt. An der Plaza Valkane sorgen ebenfalls Rampen für einen leichten Zugang zum Wasser für ältere Personen und Menschen mit Mobilitätseinschränkungen. Circa sechs Kilometer vom Stadtkern Pulas entfernt liegt der Felsstrand Plaza Histria, der vor allem Urlaubern, die sich lieber abseits vom Familienrummel in einem exklusiveren Rahmen aufhalten, eine ideale Bademöglichkeit bietet. Nach einem erholsamen Badetag können Besucher die Sehenswürdigkeiten der geschichtsträchtigen Stadt mit vollem Elan erkunden.

Pula

Pula ©iStockphoto/OPIS

Pula in der Antike – Ein wichtiges Zentrum am Mittelmeer

Nach der Erstbesiedelung des Volksstamms der Histrier im zehnten Jahrhundert vor Christus wurde Pula im Jahr 177 von den Römern erobert und als strategisch bedeutende „Colonia Pietas Julia Pola“ etabliert. In der Regierungszeit von Kaiser Augustus wurden in der römischen Kolonie zahlreiche prächtige Gebäude errichtet, die heute die wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt darstellen. Aus der augustinischen Zeit und späteren Jahren stammen neben dem eindrucksvollen Amphitheater, dem Augustustempel und dem Sergierbogen auch zwei kleinere Theater und die ehemalige Stadtmauer, deren Überreste im Zentrum Pulas besichtigt werden können. Nach dem Niedergang des Heiligen Römischen Reichs fiel Pula unter die Herrschaft der Venezianer, deren kultureller Einfluss die Architektur der Innenstadt maßgeblich prägte. Vor allem zahlreiche Bauten mit Stilelementen der Renaissance, aber auch prachtvolle Häuser aus der Zeit der österreichisch-ungarischen Monarchie machen die Stadt zu einem architektonischen Kleinod an der Adriaküste, das zahlreiche Entdeckungstouren für Kulturbegeisterte parat hält.

Pulas Amphitheater – Das kleine Kolosseum an der kroatischen Adriaküste

Zeitgleich mit dem Bau des imposanten und weltberühmten Kolosseums von Rom ließ der römische Kaiser Augustus im frühen ersten Jahrhundert nach Christus ein Amphitheater errichten, das als Wahrzeichen Pulas das Stadtbild bis heute maßgeblich prägt. Unter der Regentschaft von Kaiser Vespasian wurden seine Dimensionen erweitert und das Bauwerk damit zur sechstgrößten Arena des ganzen Reichs überhaupt ausgebaut. In der Zeit der römischen Herrschaft fanden hier Gladiatorenkämpfe und inszenierte Seeschlachten statt, im Mittelalter war das Amphitheater Austragungsort von Turnieren und Ritterfesten und diente als Marktplatz. Es weist ein Fassungsvermögen von 23 000 Plätzen und eine ovale Form von über 132 Metern Länge auf. Das imposante Kulturdenkmal mit seiner eindrucksvollen Atmosphäre diente wiederholt als Filmkulisse und beherbergt seit Jahrzehnten zahlreiche Kulturveranstaltungen wie das internationale Filmfestival von Pula, Opernaufführungen, Ausstellungen und Konzerte. Zahlreiche Superstars wie Elton John, Alanis Morissette, Sting oder Luciano Pavarotti traten in der Arena von Pula bereits auf. Neben einem Rundgang auf dem Areal des spektakulären Bauwerks lohnt sich auch ein Besuch des im Untergeschoss untergebrachten Museums, das die Geschichte des Weinbaus zur Zeit der Römer und die wirtschaftliche Bedeutung Istriens in der Antike veranschaulicht.

Der Triumphbogen von Pula

Das Denkmal wurde in den Jahren zwischen 29 und 27 vor Christus im Auftrag und mit den finanziellen Mitteln der Sergei, einer hochstehenden römischen Beamtenfamilie erbaut, was dem Triumphbogen auch den Namen „Sergierbogen“ einbrachte. Das imposante Ehrendenkmal weist eine Höhe von acht Metern auf und lag einst an der Via Flavia, die über Triest und Aquileja zum Forum in Pula führte. Es entstand in Anlehnung an die mit prächtigen Goldverzierungen versehene Porta Aurea, das Haupttor der ehemaligen Stadtmauer, das jedoch in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts im Zuge der Erweiterung des Stadtgebiets zerstört wurde. Der Sergierbogen wurde im korinthischen Stil geschaffen und an der westlichen, exponierten Seite mit zahlreichen Motiven der hellenistischen und kleinasiatischen Kunst aufwendig verziert. Das eindrucksvolle Tor liegt am Beginn der wichtigsten Einkaufsmeile von Pula im Zentrum der Stadt und dient als Ort für zahlreiche Veranstaltungen wie Theateraufführungen und Chorkonzerte. Überreste der alten, im Jahr 1926 weitgehend niedergerissenen Stadtmauer sind zwischen dem Doppeltor von Pula und dem Giardini-Platz anzutreffen. Auch die Relikte eines kleinen, teilweise restaurierten Mausoleums aus dem zweiten Jahrhundert nach Christus liegen in unmittelbarer Nähe zum Doppeltor.

Der Augustustempel auf dem Platz der Republik

Aus dem ersten Jahrhundert nach Christus stammt das dritte wichtige antike Bauwerk Pulas, das sich auf dem ehemaligen Forum, dem schon in der Römerzeit angelegten Platz der Republik befindet. Im Laufe der Jahrhunderte nach dem Untergang des römischen Reichs diente der Augustustempel als Kirche und später als Getreidesilo und Museum. Im Jahr 1944 wurde er bei einem Bombenangriff schwer beschädigt, unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg jedoch aufwendig restauriert. Der Tempel mit dem aus sechs korinthischen Säulen bestehenden Portikus, der zu Ehren von Kaiser Augustus und der Göttin Roma errichtet wurde, kann innen besichtigt werden und beherbergt eine kleine, aber eindrucksvolle Sammlung von römischen Büsten und Skulpturen. Der Platz der Republik war im Mittelalter ein wichtiger Drehpunkt des gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Lebens der blühenden Stadt und verströmt durch die zahlreichen gut erhaltenen Häuser und Verwaltungsgebäude aus dieser Zeit ein einzigartiges Flair. Vor allem das als Stadtpalast konzipierte Rathaus, das in mehreren Bauetappen zwischen dem 10. und 16. Jahrhundert errichtet wurde und daher mehrere Architekturstile von der Frühromanik bis zur Gotik und Renaissance vereint, zeugt von der abwechslungsreichen Geschichte der Stadt.

Eindrucksvolle religiöse Architektur in Pula

Der im vierten Jahrhundert nach Christus begonnene Dom der Maria Himmelfahrt liegt an der Hauptstraße, die einst von der Via Flavia zum Forum führte. Nach zahlreichen Erweiterungen erreichte die Kirche im fünften Jahrhundert ihre tatsächliche Größe. Der in der Grundfläche eines Parallelogramms errichtete Dom ist vor allem wegen der prachtvollen Bodenmosaiken aus dem sechsten Jahrhundert, in denen die Namen aller Gläubigen, die den Bau mit ihren finanziellen Zuwendungen ermöglichten, verewigt sind. Auch die frühromanischen Fenster im Mittelschiff sowie die gotischen Fenster der Seitenschiffe erinnern an die lange Geschichte des Doms. Nach einem schweren Brand im Jahr 1424, der einen Großteil des Gebäudes zerstörte, wurde der Dom in mehreren Phasen rekonstruiert.
Als das orthodoxe Gotteshaus wurde die St. Nikolaus-Kirche Pulas im sechsten Jahrhundert mit einer im typischen Ravenna-Stil konzipierten polygonalen Apsis errichtet und im Jahr 1583 den zypriotischen Einwanderern überlassen. Heute gehört die Kirche der serbisch-orthodoxen Gemeinde Pulas und beherbergt neben zahlreichen Ikonen einige aus dem 18. Jahrhundert stammende sehenswerte Gemälde des griechischen Künstlers Tomios Batos.

Die Franziskanerkirche in Pula mit der angeschlossenen Klosteranlage befindet sich am westlichen Hang des Kastells und wurde zu Ehren des Heiligen Franz von Assisi im 14. Jahrhundert im romanischen Stil erbaut. Obwohl die Fassade der Kirche eher schlicht gehalten ist, beeindruckt das Gebäude im Innenraum durch die gotischen Stilelemente. Die achteckige, fein gearbeitete Fensterrose, die aufwendig dekorierte Außenkanzel und der pittoreske Kreuzgang des Klosters lohnen einen Besuch der Kirche allemal.

Architektonische Erinnerung an die k. & k. – Monarchie

Der idyllische Marinefriedhof von Pula sollte unbedingt in das Sightseeing-Programm integriert werden, denn hier wird die Geschichte der Stadt unter der Herrschaft der Habsburger lebendig. Der im Jahr 1862 angelegte Friedhof befindet sich nahe der malerischen Bucht von Valkane im Stadtteil Stoja und beherbergt auf dem vom Österreichischen Schwarzen Kreuz liebevoll gepflegten Areal die Gräber zahlreicher Admirale aus den Ländern der österreichisch-ungarischen Monarchie. Auf dem Marinefriedhof fanden auch 68 Menschen, vorrangig Frauen und Kinder, die sich an Bord der „Baron Gautsch“ befanden, ihre letzte Ruhestätte. Das Passagierschiff war im Jahr 1914 vor der Küste Pulas in ein Minenfeld der k. & k. – Kriegsmarine gelaufen und gesunken. Auch über dreihundert Soldaten und Marineoffiziere aus Italien und Deutschland, die im Ersten Weltkrieg ihr Leben lassen mussten, wurden hier beigesetzt.