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Zagreb und seine Sehenswürdigkeiten

Wer nach Kroatien reist, besucht vorrangig Dalmatien und die Küstenstädte Split und Dubrovnik. Die Hauptstadt Zagreb hingegen wird von Kroatien-Touristen kaum bereist, ist jedoch ein Juwel unter den Hauptstädten Europas. Zwar kann das relativ unbekannte Zagreb kaum mit europäischen Metropolen wie Paris oder London verglichen werden, ist aber in kleinem Rahmen eine Stadt mit einem vielseitigem Angebot an Kultur und Kunst, aufwendig gestalteten Grünanlagen und imposanter Architektur. Gerade wegen seiner überschaubaren Größe eignet sich Zagreb hervorragend für einen entspannten Wochenendtrip, bietet es doch eine Vielzahl an Sehenswürdigkeiten, die die lange Geschichte Kroatiens und die verschiedensten Kulturepochen des Landes aufleben lassen. Da Zagreb als Urlaubsziel kaum bekannt ist, können Besucher die Stadt auch in der Hochsaison hautnah und ohne Massen an Touristen erleben und erkunden. In Zagreb kann man die Seele baumeln lassen und durch die romantischen Gassen der Altstadt und zahlreichen idyllischen Parkanlagen schlendern.

Eine Kulturstadt voll junger Menschen

Zagreb verbindet mitteleuropäische Kultur mit südländischem Flair und begeistert daher durch eine einzigartige Atmosphäre. Nur etwa 170 Kilometer von der herrlichen Adriaküste entfernt, liegt Zagreb an beiden Uferseiten des Flusses Save. Als ehemaliger Teil des Habsburgerreiches und der Österreichisch-Ungarischen Monarchie begeistert die Hauptstadt Kroatiens durch atemberaubende Bauwerke der k.& k. – Zeit. Zwischenzeitliche Einflüsse durch die Osmanen prägten das Stadtbild und die Lebenskultur Zagrebs ebenso wie die jüngste Epoche der Unabhängigkeit Kroatiens seit 1991.

Als eine der kleinsten Hauptstädte Europas hat Zagreb nur etwa 800 000 Einwohner. Davon leben circa 40 000 Studenten in Zagreb, die an den Fakultäten der im Jahr 1669 gegründeten Universität eingeschrieben sind. Deshalb präsentiert sich Zagreb als junge Stadt mit einem pulsierenden Nachtleben und einer ausgeprägten Kaffeehauskultur, wie sie sonst nur in Wien zu finden ist. Die unzähligen Cafés der Stadt laden mit ihren gemütlichen, auf der Straße aufgestellten Sofas, Liegen und Schaukeln zum Entspannen und Dauerkaffeetrinken ein. Da Italien nicht weit weg ist, präsentiert sich auch der Kaffee von hervorragender Qualität. Wer die Stadt erkundet, entdeckt an jeder Straßenecke liebevoll kreierte Werke unbekannter kroatischer Künstler. Als Kulturstadt veranstaltet Zagreb darüber hinaus jährlich international anerkannte Festivals der Theater-, Film-, Dokumentarfilm- und Kammermusikszene.

Zentrum des modernen Alltags Zagrebs – Der Platz der Republik

Als Treffpunkt der Zagreber und Zentrum des pulsierenden Stadtlebens ist der nach dem Nationalhelden Josip Jelacic Buzimski benannte Ban-Jelacic-Platz der beste Ausgangspunkt, um eine Besichtigungstour durch die Stadt und ihre Sehenswürdigkeiten zu starten. Das Zentrum Zagrebs gliedert sich in die drei Bereiche Oberstadt oder Gornji Grad, Kaptol und Unterstadt oder Donji Grad, die alle durch zentralen Platz der Republik, wie der Ban-Jelacic-Platz auch genannt wird, zu erreichen sind. Wer auf dem Platz die imposante Reiterstatue von Josip Jelacic erblickt und in einem der herrschaftlichen Straßencafés sitzend das moderne städtische Treiben beobachtet, wundert sich darüber, dass Zagreb noch vor wenigen Jahren zum Ostblock gehörte.

Nostalgie pur – Zagrebs einzigartige Seilbahn

Vom Platz der Republik gelangt man mit der Seilbahn in die Oberstadt, wo Kulturdenkmäler aus verschiedenen Epochen darauf warten, entdeckt zu werden. Die Seilbahn wurde im Jahr 1893 erstmals in Betrieb genommen und befördert Passagiere seit über hundert Jahren im Zehn-Minuten-Takt in die Oberstadt. Die Anlage der Seilbahn ist heute ein unter Denkmalschutz stehendes Kulturgut der Stadt und gilt mit ihrer Strecke von nur 66 Metern als eine der kürzesten Seilbahnen auf der ganzen Welt. Zwar kann man über die seitlich der Seilbahn gelegene Treppe die Oberstadt ohne Mühe erklimmen, die Fahrt in einer der alten Gondeln, die sich langsam über die Dächer der Stadt erheben, ist jedoch die 80 Cent Fahrpreis allemal wert.

St. Markuskirche – Wichtigstes Denkmal der Oberstadt

Am westlichen, gegenüber dem Kaptol gelegenen Hügel der Oberstadt, die 1850 aus der eigenständigen Siedlung Gradec hervorging, liegt die Zagreber St. Markuskirche am Markusplatz. Das Bauwerk stammt überwiegend aus dem 18. Jahrhundert, romanische Fenster und einige gotische Elemente erinnern jedoch an die Geschichte der Kirche, die bis ins frühe 13. Jahrhundert zurückreicht. Besonders eindrucksvoll sind die beiden in die Dachziegeln der Kirche integrierten Wappen, die im 19. Jahrhundert entstanden. Das linke Wappen zeigt das dreieinige Königreich von Dalmatien, Kroatien und Slawonien, das linke Bild stellt das Stadtwappen Zagrebs dar. Die St. Markuskirche von Zagreb erlebte zahlreiche Umbauten und gilt heute als eine der schönsten Kirchen in Mitteleuropa.

Der Lotrscak-Turm – Herrlicher Ausblick über Zagreb

Als letzter noch existierender Teil des südlichen Stadttores ragt der im 13. Jahrhundert erbaute Wehrturm neben der Markuskirche in den Himmel. Er diente einst als der Hauptturm Zagrebs und gilt heute als das besterhaltene Element des Verteidigungssystems der alten Stadt. Mehrere Jahrhunderte lang läutete die im Turm befindliche „Glocke der Diebe“ unmittelbar bevor am Abend die Stadttore schlossen. Heute wird jeden Tag zu Mittag ein Kanonenschuss vom Turm abgegeben. Das Bauwerk selbst präsentiert sich als recht unscheinbarer Turm, gewährt jedoch nach einem kurzen Aufstieg einen atemberaubenden Panoramablick über die ganze Stadt. Darüber hinaus erwarten Besucher des Wehrturms ständig wechselnde Ausstellungen, in denen die Arbeiten von in Zagreb und dem Umland beheimateten Künstlern präsentiert werden.

Das Steinerne Tor – Ein bedeutender Ort für die Menschen in Zagreb

Das unter den Zagrebern als „Kamenita Vrata“ bekannte Steinerne Tor beherbergt ein Bild der Heiligen Mutter Maria mit dem Jesukind, das im Jahr 1731 wie durch ein Wunder als einziges Objekt ein Feuer überlebte, das eine große Zerstörung hinterließ. Dadurch wurde das alte Stadttor Kamenita Vrata zu einem besonderen Ort für die gläubigen Menschen Kroatiens. Heute sind im Steinernen Tor eine kleine Kapelle und ein regelmäßig mit frischen Blumen geschmückter Andachtsraum untergebracht, in den viele Menschen aus ganz Kroatien pilgern, um das wundersame Marienbild zu verehren. Nicht nur die einzigartige Atmosphäre des Stadttors, sondern auch das 1758 gefertigte schmiedeeiserne Gitter in der Kapelle ist durch seine kunstvolle Verarbeitung eine Besichtigung wert.

Das Stadtmuseum von Zagreb

Eine umfassende Sammlung von alten Ansichten der Stadt, Gemälden, Wappen, Uniformen und zahlreichen anderen Artefakten bietet Besuchern aufschlussreiche Informationen über die vielseitige kulturelle Geschichte Zagrebs. Die chronologisch und übersichtlich gestalteten Sammlungen erzählen auf lebendige Weise die architektonische Entwicklung der einzelnen Gebäude durch die verschiedenen Epochen und vollzieht die Entstehung des modernen Zagrebs, wie es heute existiert, nach. Nicht nur die zahlreichen Exponate des Museums sind interessant, auch das Gebäude, das das Institut beherbergt, sollte man gesehen haben. Das Stadtmuseum ist in einem ehemaligen Klarissinnen-Kloster, einem Kornspeicher sowie einem im 12. Jahrhundert erbauten Turm untergebracht und befindet sich nahe des Regierungssitzes und des Parlamentsgebäudes.

Zagreb

Zagreb ©iStockphoto/OPIS

Die prächtige Kathedrale

Das im historischen Stadtkern Kaptol gelegene Wahrzeichen der Stadt blickt auf eine lange Geschichte zurück, die bis ins 10. Jahrhundert zurückreicht. Aus einem vorromanischem Bau entstand einst der romanische Dom, der im Jahr 1217 fertiggestellt und nur wenige Jahrzehnte später zerstört wurde. Die Überreste konnten später in den gotischen Bau integriert werden. Die mittelalterliche Architektur steht in starkem Kontrast zu der reichen und prunkvollen Innenausstattung, die überwiegend im barocken Stil des 18. Jahrhunderts gehalten ist. Auch zahlreiche Elemente der Neugotik wie beispielweise die berühmte Walcher-Orgel aus dem Jahr 1855 schmücken den Innenraum der Kathedrale. Durch ihre beiden, im 20. Jahrhundert erbauten Türme von 105 Metern Höhe gilt der Dom heute als das höchste Bauwerk Kroatiens. In der Schatzkammer der Kathedrale sind prächtige liturgische Gewänder und Geräte zu besichtigen, deren älteste Exemplare aus dem 11. Jahrhundert stammen.

Kroatische Lebenskultur auf Zagrebs größtem Markt

Ebenfalls in Kaptol und nur wenige Gehminuten vom Platz der Republik entfernt, liegt Zagrebs größter Markt, auf dem die Bauern der Umgebung bereits seit über hundert Jahren ihre kulinarischen Köstlichkeiten verkaufen. Dolac sollte auf keiner Besichtigungstour fehlen, denn der Markt bietet einen einzigartigen Einblick in die Gepflogenheiten der Zagreber aus allen Schichten der Gesellschaft. Unter den charakteristischen roten Sonnenschirmen werden die Köstlichkeiten der Region und handgemachte, authentische Souvenirs aus Kroatien angeboten. Rund um den Markt befinden sich Gebäude mit prachtvollen Fassaden, die Cafés und Restaurants beherbergen. Hier kann man als Besucher eine kleine Pause einlegen und das geschäftige Treiben beobachten. Einige Schritte vom eigentlichen Markt entfernt liegt der schönste Blumenmarkt Zagrebs, der durch die vielen Stände ein wahres Blütenmeer offenbart.

Das Grüne Hufeisen – Zagrebs Grünanlagen

In Form eines Hufeisens wurden im Jahr 1874 die in der Unterstadt gelegenen Parks vom Architekten Milan Lenuci angelegt, die gemeinsam als „grüne Lunge“ der Stadt gelten. Im grünen Hufeisen befindet sich unter anderem auch der im Maksimir Park gelegene Botanische Garten, dessen Gesamtfläche von etwa 50 000 Quadratmetern ein breites Spektrum an Pflanzen beherbergt. Unter den über 10 000 verschiedenen Gewächsen befinden sich auch viele exotische, vorrangig aus Asien stammende Blüh- und Grünpflanzen. Auch die idyllischen Pfade, künstlich angelegten Wasseranlagen und reizvollen kleinen Gebäude machen einen Aufenthalt im Botanischen Garten zu einem erholsamen Erlebnis. Die von der Universität betriebenen Gewächshäuser können ebenfalls besichtigt werden.

Die Prachtbauten und Museen der Unterstadt

Nicht weit vom Grünen Hufeisen entfernt befinden sich die zahlreichen imposanten Prachtbauten der Stadt. Besonders stolz sind die Zagreber auf das Kroatische Nationaltheater, das vom Wiener Architektenduo Fellner & Helmer entworfen und im Jahr 1895 fertiggestellt wurde. Das Nationaltheater ist in fast jedem Detail identisch mit dem Opernhaus Zürich und dem Hessischen Staatstheater Wiesbaden.

In der Unterstadt laden auch zahlreiche Institute wie das Archäologische Museum und das vorrangig auf kroatisches Kunsthandwerk spezialisierte Volkskundemuseum zu einem Besuch ein. Der Kunstpavillon bietet eine umfassende Sammlung zeitgenössischer Werke, das Mimara-Museum beherbergt die eindrucksvolle Sammlung des bedeutenden kroatischen Malers, Restaurators und Kunstsammlers Ante Topic Mimara.

Zrinjevac Park – Romantische Idylle im Stadtzentrum

Nahe dem Platz der Republik befindet sich auch der idyllische kleine Zrinjevac Park, der durch durch die hohen Bäume, den kleinen Pavillon und die verträumten alten Brunnen und Statuen als schönster Platz Zagrebs gilt. Nicht nur frisch verliebte Pärchen fühlen sich von seinem romantischen Ambiente angezogen. Rund um den Park befinden sich neben dem Archäologischen Museum auch der Oberste Gerichtshof und die Kroatische Akademie der Wissenschaften und Künste.

Das Hotel Regent Esplanade – Art Deco vom Feinsten

Das von den Zagrebern als eines der legendärsten Bauwerke geschätzte Luxushotel Esplanade wurde im Jahr 1925 erbaut, um den reichen Passagieren des Orient Express, die sich auf der Durchreise von Paris nach Istanbul befanden, eine angemessene Unterkunft zu bieten. Das Esplanade wurde in den Roaring Twenties zum absoluten Mittelpunkt der High Society Zagrebs und beherbergte im Laufe der Jahrzehnte zahlreiche Berühmtheiten wie Josephine Baker, Liz Taylor, Alfred Hitchcock, Woody Allen oder Charles Lindbergh. Das Gebäude galt als Inbegriff von Dekadenz und Luxus und wurde für seinen opulenten Art-Deco-Stil und die ausgelassenen Partys weltberühmt. Nach seiner umfassenden Renovierung und Wiedereröffnung erstrahlte das Hotel im Jahr 2004 in neuem Glanz. Eine Besichtigung dieser architektonischen Ikone oder ein auf der großartigen Sommerterrasse eingenommener Drink ruft Erinnerungen an das goldene Zeitalter der Zwischenkriegszeit wach.

Der Mirogoj-Friedhof – Kunstvoller Ort der Kontemplation

Im Norden der Stadt liegt einer der beeindruckendsten Friedhöfe in ganz Europa. Mit dem Bau der Anlage wurde im Jahr 1976 unter der architektonischen Führung von Hermann Bollé begonnen, die letzten Gebäude wurden 1929 vollendet. Eine Besonderheit des Mirogoj-Friedhofs ist die Tatsache, dass die Gräber aller in Kroatien ausgeübten Religionen gleichgestellt sind. So reihen sich hier jüdische, katholische, orthodoxe und muslimische Grabanlagen aneinander. Der Friedhof ist von verwunschenen Arkaden gesäumt und von einer prachtvollen roten Kalksteinmauer umgeben. Die Skulpturen-Galerie, verschiedene Pavillons und Häuser machen den Friedhof zu einer interessanten Sehenswürdigkeit, wo auch Touristen Momente der Ruhe und Besinnung finden. Am Mirogoj-Friedhof sind viele bedeutende Persönlichkeiten aus Kunst, Kultur und Geschichte Kroatiens beigesetzt. Auch Dr. Franjo Tudman, des ersten vom kroatischen Volk gewählten Präsidenten nach der Unabhängigkeit des Landes im Jahr 1991 fand hier seine letzte Ruhestätte. Der Friedhof kann mit dem Bus, der im Viertelstunden-Takt vor der Zagreber Kathedrale abfährt, problemlos öffentlich erreicht werden.

Ibica – Vielseitige Shoppingmeile im Herzen Zagrebs

Wer nach einer umfassenden Besichtigungstour der Stadt in Shoppinglaune ist, sollte sich etwas Zeit gönnen, entlang der Ibica zu flanieren. Die längste Einkaufsstraße der Stadt reicht vom Platz der Republik bis in einen Vorort Zagrebs. Die Ibica präsentiert sich zwar nicht als Prachtstraße einer Metropole, gilt aber durch ihr vielseitiges Angebot als eine der einzigartigsten Einkaufsmeilen Europas. Hier finden Shopping-Begeisterte neben allen wichtigen Luxusmarken und Ketten auch eine Vielzahl von Geschäften, die traditionelle Güter kroatischer Handwerker in höchster Qualität anbieten. Durch die Artenvielfalt der Shops ist die Ibica daher auch für Touristen ein attraktives Erlebnis. Das eine oder andere schöne Souvenir, das lange an einen eindrucksvollen Städtetrip nach Zagreb erinnern wird, kann an der Ibica erworben werden.